Ein weiterhin solidarisch finanziertes Semesterticket

Das Marburger Semesterticket mit seinem umfangreichen Gültigkeitsbereich im Nah- und Fernverkehr, sowie Fahrradverleihsystem, gewährleistet allen Studierenden Mobilität über die Grenzen Hessens hinaus. Deswegen muss es erhalten und sozial ausgewogen z.B. durch Integration von Kulturinstitutionen weiter ausgebaut werden. Wir sehen im Semesterticket eine wichtige Errungenschaft, die nicht nur Allen zugute kommt, sondern darüber hinaus Anreize schafft, die umweltfreundlichen Verkehrsmittel Bus, Bahn und Fahrrad gegenüber dem Autoverkehr zu stärken. Wir sind der festen Überzeugung, dass Verkehr in der Zukunft in viel stärkem Maße auf diese verlagert werden muss. Und dies sowohl aus sozialen, als auch aus Umweltschutzgründen. Das Semesterticket liefert dabei in Mittelhessen einen viel größeren Beitrag zu dieser Politik als irgendein anderes Instument. So ist nicht nur die PKW-Nutzug unter Studierenden seit seiner Einführung am Anfang des Jahrtausends um weit über 50 % zurückgegangen, sondern auch das Angebot des öffentlichen Verkehrs gestärkt worden. Auf diesem Weg lohnt es sich weiter zu gehen. Deswegen unterstützen wir auch den Plan zur Einführung einer Straßenbahn zwischen Innenstadt und Lahnbergen um somit die täglich ca. 20000 Pendlerfahrten in Zukunft zu vermeiden.
Das Semesterticket wird nach dem sogenannten Solidarmodell finanziert, was bedeutet, dass jede*r Studierende als Teil des Semesterbeitrages das Semesterticket mitfinanziert. Durch die Beteiligung aller an der Finanzierung wird das Ticket im Durchschnitt für jede*n günstiger. Aber wir sind uns auch der Überforderung kleiner Geldbeutel bei der solidarischen Finanzierung des Semestertickets bewusst. Aus diesem Grunde verstehen wir Solidarität in diesem Zusammenhang immer zweigleisig: Studierenden, deren finanzielle Mittel nicht ausreichen, das eigene Semesterticket zu bezahlen, steht auf unsere langjährige Initiative die Rückerstattung des Semesterticketbeitrages zu, ohne auf die Leistungen des Tickets verzichten zu müssen. Dies wird durch den solidarisch von allen Studierenden finanzierten Härtefalleuro erreicht. Damit findet eine Umverteilung zugunsten der finanziell prekarisierten Studierenden statt. Die seit Jahren wachsende Zahl an Erstattungsanträgen bestätigt die Notwendigkeit der Einführung eines solchen Instrumentariums.
Grundsätzlich befürworten wir aber einen für Alle kostenfreien und fahrscheinlosen öffentlichen Nah- und Fernverkehr, der an Daseinsvorsorge und Gemeinwohl ausgerichtet ist.
Zusammenfassend steht unser Engagement in den Bereichen Verkehr und Härtefall also unter dem Motto „Mobilität braucht Solidarität“.